Montag, 14. Dezember 2009 13:07
Viele Besitzer von de-Domains bekamen in den letzten Tagen einen Brief von einer Firma aus Osnabrück, welche nach eigenen Angaben co.de-Domains anbietet. In dem Brief wird konstatiert, dass es in anderen Ländern auch solche Domains gebe, aber natürlich nicht erklärt, wozu diese üblicherweise verwendet werden. So werden in Großbritannien Domains mit der Endung co.uk vorrangig für Firmen verwendet, es gibt noch org.uk für öffentliche Organisationen und me.uk für private Websites. In Deutschland ist es aber seit jeher möglich, sich als Firma und auch als Privatperson direkt eine Domain mit der Länderkennung .de zu besorgen, wozu sollte man da also co.de nutzen wollen? Zumal das co ja nur im englischsprachigen Raum Sinn macht, da co ja als Abkürzung für company gesehen wird.
Jedenfalls bietet diese Firma an, einem eine solche co.de-Domain, welche eigentlich richtigerweise als Subdomain bezeichnet werden müßte, zu verschaffen, die es aber offiziell natürlich gar nicht gibt. Denn nirgendwo sonst können Sie bei einem Provider eine solche Domain registrieren. Das ist nur eine peinliche Erfindung dieser Firma, die auf diesem Wege Subdomains zu ihrer Kurzdomain co.de für 99,00 Euro / Jahr an den dummen Mann bzw. an die dumme Frau bzw. an die dumme Firma bringen will. Und sonst bekommt man dafür nichts, man kann diese Subdomain lediglich irgendwohin umleiten lassen, z.B. auf eine bereits existierende .de-Domain. Bei echten und seriösen Providern bekommt man für 99,00 Euro / Jahr übrigens 1-2 wirkliche Top-Level-Domains, das eine oder andere Gigabyte Webspace, Datenbanken, Mail-Postfächer bis zum Umfallen und vieles mehr. Das nur mal zum Vergleich, wie “seriös” dieses Angebot ist.
Immerhin wird einem in dem Schreiben Honig ums Maul geschmiert, dass man ja angeblich “eine der wichtigsten Seiten im deutschen Markt” betreibe – mann, was bin ich wichtig!
Deshalb falle ich aber trotzdem nicht auf diese billige Masche und lächerliche Abzocke dieser Klitsche herein.
Ich empfehle jedenfalls, nicht auf dieses schlechte Angebot einzugehen und den Brief in die Rundablage aka Papierkorb zu befördern. Sollten Sie bereits so eine überteuerte Subdomain bestellt haben, können Sei den Vertrag aber vielleicht anfechten und damit für null und nichtig erklären lassen, da er meines Erachtens sittenwidrige oder nach AGB-Gesetz mindestens unerwartete Klauseln enthält, z.B.:
Der Anspruch auf Schadensersaz wird ausgeschlossen.
Weiterhin wird keine Domain verschafft, sondern nur eine Subdomain, die Sie beispielsweise auch nicht zu einem anderen Provider transferieren können. Die Chancen, dass man aus dem Vertrag herauskommt, ohne auch nur einen Cent zahlen zu müssen, stehen also sehr gut.