Beitrags-Archiv für die Kategory 'PHP'

Wie man an die offenbar immer noch händeringend gesuchten Web-Developer kommt

Mittwoch, 4. November 2009 23:22

Ich habe mich in der jüngeren Vergangenheit häufiger auf Online-Jobbörsen umgeschaut und wundere mich immer noch, wie unprofessionell bis primitiv manche Firmen an die Personalsuche gehen. Am besten sind immer noch jene Firmen, die irgendwelche Personalagenturen und -vermittler mit der Suche nach Web-Entwicklern beauftragen. Ganz ehrlich: Als Entwickler hat man exakt Null Bock, sich überhaupt mit solchen dummschwätzenden und zugleich ahnungslosen BWL-Flachzangen herumzuschlagen, die eigentlich nichts anderes machen, als die Gesuche der Unternehmen in möglichst viele Jobbörsen reinzuspammen, mögliche Antworten zu sammeln und an die Firmen weiterzuleiten. Das beleidigt meine Ingtelligenz und sicher auch die der meisten anderen Entwickler im Lande. Außerdem würden sicher auch potentielle Interessenten gerne wissen, bei wem sie sich bewerben, ob es sich also um ein Systemhaus, eine Agentur, eine reine Software-Schmiede oder ein sonstiges Unternehmen handelt. Das bezeichnet man übrigens auch als Fairness und Agieren mit offenem Visier.

Wenn also eine Firma hingeht und sich hinter einer Personalvermittlungsklitsche versteckt, dann wird das schon seine Gründe haben. Vielleicht ist diese Firma bei Arbeitnehmern bereits (mehrfach) negativ aufgefallen oder ist anderweitig in der Branche derart einschlägig bekannt (z.B. mieses Projektmanagement, wiederholt geplatzte Abgabetermine, schlechtes Arbeitsgerät, Überstunden und Wochenendarbeit als Regel, schlechtes Betriebsklima, mangelhafte Betriebs- oder Teamführung etc.). Warum sollte man sich denn bei solch einer dubios anmutenden Firma beziehungsweise bei deren Personalvermittler überhaupt bewerben?

Daher folgende Tipps für Unternehmen, die nach Web-Developern suchen:

  1. Nehmen Sie die Personalsuche selbst in die Hand. Die meisten Personalvermittler sind irgendwelche absdolut fachfremden BWL-Affen ohne auch nur einen Schimmer von Ahnung, die außer Buzzword-Bingo nichts können. Außerdem dienen selbst geschaltete Stellenanzeigen auch der Eigen-PR des Unternehmens und gegebenenfalls sorgt Ihre Reputation dafür, dass Sie bessere Bewerber bekommen als irgendwelche Vermittlungsklitschen.
  2. Definieren Sie das Anforderungsprofil der zu besetzenden Stelle mit Hilfe von Kollegen und anhand der anstehenden Projekte. Vermeiden Sie eine unüberlegte Auflistung der Fähigkeiten seines Vorgängers ebenso wie ein Überladen der Kompetenzenliste. Das wirkt sonst wie die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau und deshalb oft genug unseriös.
  3. Laden Sie nach dem Vorstellungsgespräch die 3-5 am besten geeigneten Bewerber zur Bearbeitung einer Probeaufgabe oder für einen Probetag ein und schlafen Sie mindestens 1-2 Nächte über die finale Entscheidung.
  4. Sofern Sie es sich leisten können, stellen Sie die beiden besten Bewerber befristet ein. Einer von beiden wird schon passen, im bestmöglichen Fall sogar beide, so dass Sie Expansionspotential gewinnen. Andernfalls werden Sie einen der beiden innerhalb der Probezeit problemlos los.

Wer sich da noch von irgendwelchen Personalvermittlern einlullen läßt, wie toll sie doch seien und wie gute Bewerber diese angeblich finden können, ist selber schuld, wenn sich niemand meldet oder er immer wieder auf die Nase fällt, denn: Idioten ziehen Idioten an.

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Stichwort “Typo3-Agentur”

Mittwoch, 21. Oktober 2009 22:37

Sehr lustig finde ich immer Einzelunternehmer und Agenturen, die sich auf ein Software-System spezialisiert haben. Häufig findet man so etwas im Bereich Content Management, wo sich manche Anbieter auf Joomla oder Typo3 festgelegt haben. Dies sollte man als potentieller Kunde allerdings auch kritisch betrachten. Denn ähnlich wie bei einem Handwerker, der nur einen Hammer hat und deshalb jedes Problem als Nagel betrachtet, ist diese Gefahr auch bei solchen Dienstleistern gegeben. Entweder erhält man nicht das, was man haben wollte, oder höhere Kosten entstehen, weil der Anbieter nicht mehr die ausreichende Offenheit im Kopf hat, auch andere Systeme zu evaluieren. Gleiches gilt übrigens auch für die Nutzung der inzwischen zahlreichen Web-Frameworks.

Als Kunde kann man diese Art Tunnelblick-Dienstleister ganz einfach prüfen, indem man auch ein Angebot verlangt, welches ausdrücklich nicht auf jenem System basiert, auf das sich der Dienstleister spezialisiert hat. Kommt dabei nur Nonsense heraus, sollte man sich besser einen anderen Anbieter suchen. Andernfalls bekommt man häufig nur Gefrickel und unausgegorenen Schrott für sein Geld.

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Internet Explorer 6 abwracken!

Donnerstag, 16. Juli 2009 17:33

Wie heise vorgestern meldete, stellt der Videodienst YouTube die Unterstützung für den Internet Explorer 6 ein. Anfang des Jahres gab es bereits mehrere Initiativen gegen den Internet Explorer 6, z.B. den IE Death March. In der Tat ist der IE6 bzw. das Festhalten vieler Firmen an diesem fast 8 Jahre alten Stück Software mit seinen Sicherheitslücken und zahlreichen Problemen bei der korrekten Verarbeitung von CSS und JavaScript ein Unfug sondergleichen. Denn die notwendigen Optimierungen und Hacks für alte Internet Explorer verteuern eine Website oder Webapplikation  um 25-50 Prozent. Zugleich ist man als Entwickler dazu gezwungen, einen Rechner oder virtuelle Maschinen mit alten Versionen des Internet Explorers vorzuhalten, was sich natürlich auf die Kostenstruktur auswirkt.

Lange schon hatten wir den Internet Explorer 7, der nicht so viele Macken hat wie der Internet Explorer 6. Vor relativ kurzer Zeit erschien schließlich noch der Internet Explorer 8. Aus welchem Grund sollte man also heute noch moderne Websites und Webanwendungen mit CSS-Layouts und AJAX-Funktionalitäten für einen scheintoten Browser anpassen? Zudem widerspricht dies dem lange gehegten Prinzip, Websites und Webapplikationen  in den letzten beiden Versionen des jeweiligen Browsers zu testen. Insofern kann ich das bereits vielerorts geforderte Abwracken des Internet Explorer 6 nur unterstützen.

Natürlich verkenne ich nicht, dass manche Unternehmen so leichtsinnig waren, den Internet Explorer und da auch gerade den Internet Explorer 6 als Basis für eigene Entwicklungen zu verwenden, indem sie beispielsweise den Internet Explorer zur Anzeige von HTML-Inhalten verwenden. Ich selbst hatte einmal das zweifelhafte Vergnügen mit dem Haufe Reader, der seinerzeit nicht auf den Internet Explorer ab Version X prüfte, sondern genau auf Version X, so dass das Programm nach einem Update des Browsers nicht mehr funktionierte – bis es einen Patch von Haufe gab.

Die Frage ist daher, wie lange wir als Entwickler noch aufwändig moderne Websites mit aktuellen Technologien für einen fehlergespickten Oldtimer-Browser optimieren wollen, der schon jetzt nur noch dahinsiecht und spätestens mit Windows 7 endgültig Geschichte werden dürfte. Wir als Dienstleister sollten jedenfalls endlich den Mut finden, uns ein für allemal von dieser Plage zu befreien.

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