Jul
31
Sonntag, 31. Juli 2011 15:50
Manch einer kennt vielleicht die Website kununu.com, wo man als Arbeitnehmer oder auch Ex-Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber bewerten kann. Ich finde diese Site vor allem deshalb interessant, weil man dort sehen kann, wie gut oder schlecht Firmen wirklich mit Social Media und dem “Märkte sind Gespräche”-Konzept umgehen können. Wer als Arbeitgeber seriös auftreten will, beantwortet schlechte Bewertungen durch eine offene Stellungnahme dazu. Wer hingegen ein unseriöser Lügner und Betrüger ist, stiftet seine Mitarbeiter zu auffälligen Lobhudeleien an oder schreibt sie gleich selbst dort hin, die im Kontext zu möglichen schlechten Bewertungen geradezu skurril wirken. Natürlich darf man nicht vernachlässigen, dass es in diversen Unternehmen auch unterschiedliche Abteilungen und Arbeitsbreiche geben kann, wo in der einen Abteilung wirklich kein Grund zur Beschwerde besteht, in anderen hingegen Chaos, Kraut und Rüben oder Mobbing die Tagesordnung sind. Wenn dann aber die Bewertungen zu den gleichen Abteilungen / Arbeitsbereichen über einen Zeitraum von 6-12 Monaten eklatant abweichen, muss man leider schon Manipulationsversuche der Arbeitgeber dahinter vermuten.
Darüber hinaus wäre es vielleicht auch besser, den Bewertungen von Ex-Mitarbeitern einen höheren Stellenwert einzuräumen als denen von Mitarbeitern. Erstens sind Ex-Mitarbeiter nicht mehr an das Unternehmen gebunden und dürften deshalb ehrlichere und eindeutigere Bewertungen abgeben, während Mitarbeiter sich eventuell in ihrem kleinen Mikrokosmos für sich behaglich eingerichtet haben und Missstände nicht wahrnehmen oder ausblenden, die andere zum Gehen veranlaßt haben. Zweitens entwicklen langjährige und insbesondere ältere Mitarbeiter auch bei Verschlechterungen häufig einen gewissen Pragmatismus, der oftmals auf eine Mischung von Ignoranz und Betriebsblindheit beruht. Bei älteren Mitarbeitern dürfte zudem die Angst vor dem Verlust des Jobs eine Rolle spielen, gepaart mit der Angst, keine neue Arbeitsstelle zu finden.
Vielleicht überdenkt kununu.com ja mal die Gewichtung der Bewertungen von Ex-Mitarbeiter und Mitarbeitern, denn dies dürfte wesentlich zu einem realistischeren Gesamtbild vieler Unternehmen beitragen.
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Jul
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Donnerstag, 16. Juli 2009 17:33
Wie heise vorgestern meldete, stellt der Videodienst YouTube die Unterstützung für den Internet Explorer 6 ein. Anfang des Jahres gab es bereits mehrere Initiativen gegen den Internet Explorer 6, z.B. den IE Death March. In der Tat ist der IE6 bzw. das Festhalten vieler Firmen an diesem fast 8 Jahre alten Stück Software mit seinen Sicherheitslücken und zahlreichen Problemen bei der korrekten Verarbeitung von CSS und JavaScript ein Unfug sondergleichen. Denn die notwendigen Optimierungen und Hacks für alte Internet Explorer verteuern eine Website oder Webapplikation um 25-50 Prozent. Zugleich ist man als Entwickler dazu gezwungen, einen Rechner oder virtuelle Maschinen mit alten Versionen des Internet Explorers vorzuhalten, was sich natürlich auf die Kostenstruktur auswirkt.
Lange schon hatten wir den Internet Explorer 7, der nicht so viele Macken hat wie der Internet Explorer 6. Vor relativ kurzer Zeit erschien schließlich noch der Internet Explorer 8. Aus welchem Grund sollte man also heute noch moderne Websites und Webanwendungen mit CSS-Layouts und AJAX-Funktionalitäten für einen scheintoten Browser anpassen? Zudem widerspricht dies dem lange gehegten Prinzip, Websites und Webapplikationen in den letzten beiden Versionen des jeweiligen Browsers zu testen. Insofern kann ich das bereits vielerorts geforderte Abwracken des Internet Explorer 6 nur unterstützen.
Natürlich verkenne ich nicht, dass manche Unternehmen so leichtsinnig waren, den Internet Explorer und da auch gerade den Internet Explorer 6 als Basis für eigene Entwicklungen zu verwenden, indem sie beispielsweise den Internet Explorer zur Anzeige von HTML-Inhalten verwenden. Ich selbst hatte einmal das zweifelhafte Vergnügen mit dem Haufe Reader, der seinerzeit nicht auf den Internet Explorer ab Version X prüfte, sondern genau auf Version X, so dass das Programm nach einem Update des Browsers nicht mehr funktionierte – bis es einen Patch von Haufe gab.
Die Frage ist daher, wie lange wir als Entwickler noch aufwändig moderne Websites mit aktuellen Technologien für einen fehlergespickten Oldtimer-Browser optimieren wollen, der schon jetzt nur noch dahinsiecht und spätestens mit Windows 7 endgültig Geschichte werden dürfte. Wir als Dienstleister sollten jedenfalls endlich den Mut finden, uns ein für allemal von dieser Plage zu befreien.
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